In den «AgileRooms» werden Probleme selbstständig gelöst – drohen BeraterInnen auszusterben?

Wer kennt den klassischen Pitch von Neugründern nicht: «Unser Produkt ist wie Uber, nur für X». Nun, meine kurze Vorstellung zweier Erfinder beginnt ähnlich, nur nicht mit Uber. Das Produkt von Marcel und Stedi ist nämlich wie AdventureRooms («Escape Room»), nur zum «echte» Probleme lösen.

Vor etwas über einem Jahr haben Marcel und Stedi ihr Wissen über Agilität und mehr gebündelt, um damit unter dem Label «agil & mehr» andere Organisationen zu unterstützen. Vor kurzem haben sie dieses Wissen mit «AgileRooms» in ein Produkt kondensiert, dass eben wie AdventureRooms ist, nur um «echte» Probleme zu lösen.

Was mich an der Idee von «AgileRooms» so fasziniert, ist die Kombination von Prozess- und Raumgestaltung. Einerseits wird eine Methode angeboten, mit der innerhalb von einem Tag ein Prototyp entsteht, der mit dem Kunden getestet werden kann. Andererseits nutzt «agil & mehr» den Raum, um die Kreativität anzuregen und so die Problemlösung zu fördern. Im Endeffekt ist es wie in diesen AdventureRooms, die wir kennen und einige von uns schon bravourös gemeistert haben. Nur eben nicht mit fiktiven Rätsel, sondern mit einem realen Problem aus der Organisation.

Quote_AgileRoom_De

Im März 2018 durfte ich mit Marcel und Stedi zusammenkommen, um zu überlegen, wie wir «AgileRooms» für die Förderung zur digitalen Transformation einsetzen können. Dabei haben wir «AgileRooms» selbst genutzt, um dieses Problem zu lösen. Als Resultat entstand ein eher untypisches Beratungskonzept, das auf Prozessgestaltung und Reflexionsimpulsen aufbaut.

Die Grundidee bei diesem Beratungskonzept baut auch wieder auf «AgileRooms» auf. So soll ein kurzes «Warm up» die Kreativphase vorbereiten. In diesem Warm up bietet ein Fachexperte einen Impuls zur digitalen Transformation. Dabei wird ein Fokus gewählt wird, der die anschliessende Problemlösung unterstützt. Anschliessend begeben sich die Teilnehmenden in die «AgileRooms», um nach agilen Methoden und mit Tools aus Design Thinking selbstständig das Problem zu lösen. Anschliessend wird ein Lösungsprototyp konkretisiert, der mit (echten) Kunden getestet werden kann.

Damit kann die Anfangsfrage im Titel bezüglich des Aussterbens der BeraterInnen wohl vorläufig verneint werden. Derzeit gibt es durch die zunehmende Veränderungsdynamik sogar eher mehr Arbeit für BeraterInnen, doch ihre Rolle verändert sich. BeraterInnen sind nicht mehr jene, welche die (richtige) Lösung vorgeben – wenn sie es denn je gewesen sind. BeraterInnen werden zunehmend zu Co-Kreatoren, zu Sparringpartnern, zu temporären Unterstützern für spezifische Fragen oder auch zu Prozess- und Raumgestaltern. In der digitalen Transformation lösen sich zunehmend die Grenzen zwischen Organisationen (Krapf 2017). Das bedeutet auch, dass eine klare Trennung von AuftraggeberInnen und BeraterInnen nicht mehr so konsequent möglich ist.

 

Literatur

Krapf, J. (2017). Agilität als Antwort auf die Digitale Transformation. Synergie – Fachmagazin für Digitalisierung in der Lehre (3), 32–33.

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