Vorgehen zur Entwicklung von digitalen Kompetenzen, die Ihre Organisation wirklich braucht

In den letzten Monaten wurde mir oft die Frage gestellt, wie digitale Kompetenzen entwickelt werden können. Dabei stand weniger der didaktische Aspekt im Raum, sondern vielmehr die Frage, mit welchem Vorgehen das organisationale Problem der «digitalen Kompetenzen» angegangen und wirksam gelöst werden kann.

Ich möchte meine Erfahrungen zu dieser Frage deshalb kurz zusammenfassen.

Mit diesem Vorgehen gelingt die Entwicklung digitaler Kompetenzen

vorgehen digitale Kompetenzen.png

So gelingt die Gestaltung des Zielbildes

  • Grundlage ist die Strategie der Organisation. Diese sollte die digitale Transformation bereits berücksichtigen
  • Andere Orientierungspunkte sind: Strategische Personalbedarfsplanung, bestehendes Kompetenzmodell, Funktionsprofile, generische Kompetenzmodelle zu digitalen Kompetenzen, Benchmark aus anderen Organisationen
  • Das Zielbild soll organisationsweit das Verständnis schärfen, was mit «digitalen Kompetenzen» gemeint ist. Es geht hierbei nicht darum, ein wissenschaftlich einwandfreies Modell zu entwickeln
  • Wichtig ist es deshalb, Entscheidungen zu forcieren und bereits von Anfang an die Offenheit zu haben, das Zielbild zu überarbeiten bzw. anzupassen
  • Am effizientesten ist es, wenn die wichtigsten Stakeholder dieses Zielbild im Rahmen eines 1-Tages Workshop ausarbeiten. Dies bedarf allerdings Vorarbeit von (Fach-)Spezialisten und vorgängiges Stakeholder Management, damit am Ende ein Entscheid getroffen und getragen werden kann

 

So gelingt die Analyse

  • Bevor ein Lösungs-Prototyp erarbeitet werden kann, müssen getroffene Hypothesen validiert und die Herausforderungen besser verstanden werden
  • Die Analyse sollte dem Grundsatz folgen: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Eine gründliche Analyse hilft später, einfach(er) die richtige Lösung zu finden. Es besteht allerdings die Gefahr, sich durch die Analyse selbst zu paralysieren.
  • Validierung des entworfenen Zielbildes mit den weiteren Stakeholdern
  • Erstellung von Personas zu den verschiedenen Zielgruppen, um deren Bedürfnisse greifbarer zu machen (durch Interviews, Beobachtungen etc.)
  • Analyse, welche Hindernisse bestehen, um das Zielbild zu erreichen
  • Analyse, welchen Nutzen das Erreichen des Zielbildes bringt
  • Analyse weiterer Aspekte, die für die Entwicklung der digitalen Kompetenzen notwendig sind

 

So gelingt der Design Sprint

  • In einem Design Sprint werden die Design Thinking Phasen innerhalb von 5 Tagen absolviert. Am Ende der Woche wird ein robuster Prototyp validiert. Eine Anleitung zu diesem Vorgehen beschreibt bspw. Jake Knapp in seinem Buch «Sprint – How to solve big problems and test new ideas in just five days»
  • Wenn am Ende dieser fünf Tage ein vielversprechender Prototyp vorliegt, kann ein Minimum Viable Product erarbeitet werden (vgl. unten).
  • Ist der Prototyp-Test am Ende dieser fünf Tage negativ, sollte der Sprint wiederholt werden.
  • Zentrale Elemente des Sprints sind: (1) Schärfung der Problemstellung; (2) Sammeln von vielen Lösungsmöglichkeiten; (3) Definition des Prototyps mit einem Storyboard; (4) Prototyp bauen; (5) Prototyp mit Vertretenden der Zielgruppe testen
  • Dabei ist es wichtig, sich für eine Problemstellung zu entscheiden und weitere wichtige Probleme erst wieder anzugehen, wenn die gewählte Problemstellung gelöst ist

 

So gelingt die Entwicklung des Minimum Viable Product (MVP)

  • Auch wenn der Prototyp-Test erfolgreich war, garantiert dies noch nicht, dass damit die beste Lösung gefunden wurde
  • Da es sich bei der Entwicklung von digitalen Kompetenzen um ein komplexes Problem handelt, sollte die Lösung mit dem Lean Start up Ansatz entwickelt werden. Dies bedeutet, dass iterativ nach dem Build – Measure – Learn Zyklus vorgegangen wird. Der Prototyp wird dadurch rasch in der Zielgruppe umgesetzt und dann auf Basis der beobachteten Anwendung angepasst, bis die Anwendung die notwendigen Anforderungen erfüllt.
  • In der Umsetzung des Minimum Viable Product bietet es sich an, die Scrum Methodologie zu nutzen. Dadurch wird ein Zeit- und Budgetlimit festgelegt, um ein MVP zu erarbeiten. Gleichzeitig wird damit sichergestellt, dass die wichtigsten Prioritäten und «Features» des Lösungsansatzes» effizient umgesetzt werden.

 

So gelingt die Weiterentwicklung

  • Nachdem ein MVP erfolgreich eingeführt wurde, verschiebt sich der Fokus immer mehr hin von «Develop-the-Business» zu «Run-the-Business».
  • Der Lean Start up Ansatz bleibt damit zwar auch in der Weiterentwicklung gültig, allerdings können die Iteration etwas länger gesetzt werden
  • Sobald die Arbeit stärkeren «Run-the-Business» Charakter hat, wird die Scrum Methodologie zunehmend unpassend. Vielmehr bietet sich dann klassisches Kanban an, um effizient die wichtigen Arbeiten zu priorisieren und das Team nach dem Pull-Prinzip effektiv auszulasten.
  • Während diese eine entwickelte Lösung für digitale Kompetenzen erfolgreich läuft, stellt sich neu die Frage, welche weiteren Probleme gelöst werden müssen. Je nach Ausgangslage braucht es hierfür nochmals eine Analyse-Schlaufe. Falls bereits genügend Erkenntnisse vorliegen, kann auch direkt mit einem neuen Design Sprint begonnen werden.

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